Try Happiness!

2017 – mein Wohlfühljahr und wie es war

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Mein Wohfühljahr 2017
Wie jedes Jahr ging der Wahnsinn der Vorhaben für das neue Jahr an mir vorbei. Das mache ich einfach nicht, weil ich der Meinung bin, dass die Vorhaben mehr Frust als Nutzen bringen. Hier habe ich es genauer erklärt. Stattdessen glaube ich an Wünsche und Träume. Diese orientieren sich aber nicht am Kalenderjahr. Meistens. Letztes Jahr habe ich eine kleine Ausnahme gemacht. Ich habe das Jahr 2017 zu einem Wohlfühljahr erklärt. Ich wollte mich einfach öfters wohl fühlen! Ich wollte mehr ausschlafen, mehr Dinge tun, die mir gut tun. Weniger hetzen, mehr in Balance sein.

Wohlfühlen – das sollte mir dabei helfen

Ich habe mir vorgestellt, dass, wenn ich meinen Tag entsprechend strukturiere, mich anders organisiere, dann stellt sich das „Wohlfühlen“ einfach öfters ein.

Als erstes habe ich mir einen täglichen Reminder auf dem Smartphone eingestellt: Jeden Tag um 7:00 erschien auf meinem Display die Frage: „Wie könnte mein heutiger Tag aussehen, damit ich mich wohlfühle?“ Sie sollte mir helfen, meine verschiedenen Vorhaben so in den Tag einzuteilen, dass ich am Ende des Tages das Gefühl habe, den Tag gut verbracht zu haben. Meine Definition von einem gut verbrachten Tag: etwas gelernt zu haben, etwas erledigt zu haben, gleichzeitig auf meine Ressourcen zu achten, Erschöpfung zu vermeiden und gute Laune aufrechtzuerhalten. Auch wenn ich mich mit dieser Frage nicht jeden morgen aktiv auseinandergesetzt habe, so hat sie mich immer wenigstens in meinem Unterbewusstsein begleitet.

Ich habe mir eine Collage zum Thema Wohlfühlen gebastelt. Bei der Erstellung habe ich mich damit intensiv auseinander gesetzt, was mir Energie gibt, wie ich mich am besten erholen kann, mir Auszeit gönnen, mich belohnen. Die Collage hängt in meinem Bad, wo ich sie mehrmals am Tag anschauen kann und mich daran erinnern, nicht durchs Leben zu hetzen.

Alle vier Wochen habe ich ein freies Wochenende mit meinem Mann eingeplant. Das haben wir konsequent eingehalten und uns oft die Zeit zum Nichts-tun und Entspannung ohne Termine gegönnt.

Ich habe mir insgesamt viel mehr Zeiten frei gehalten, meinen Kalender nicht so mit Terminen zugepflastert.

Wohlfühlen: was tut mir gut?

Ich habe mich öfters gefragt: „Was tut mir gut? Wobei habe ich ein gutes Gefühl?“ anstatt: „Was wäre das Vernünftigste? Nützlichste?“

Durch diese ganzen Maßnahmen sind 2017 ein paar Dinge anders gelaufen. Ich habe das erste Mal bewusst und ohne schlechtes Gewissen meinen Garten vernachlässigt, weil ich mich im Sommer komplett auf ein Renovierungsprojekt konzentriert habe. Auch habe ich die Besuche bei meiner Familie gekürzt – Qualität statt Quantität. Aber das sind noch keine dramatischen Ereignisse.

Ich fühle mich nicht wohl dabei, über Sich-Wohlfühlen zu schreiben?!

Vor einer Woche habe ich beschlossen, die Zusammenfassung von diesem Jahr, diesem Vorhaben zu schreiben. Ich habe mir notiert, welche Gedanken da reinfließen sollten. Eine Liste der Dinge habe ich gemacht, die passiert sind und die zeigen, dass sich durch mein Vorhaben etwas geändert hat (Auch wenn es da keine dramatischen Ereignisse gab)…

Doch eine Woche lang konnte ich keinen vernünftigen Satz schreiben. Ein heftiger Widerstand ist in mir gewachsen. Jeden Tag stärker. Gestern Abend habe ich beschlossen, mich heute um 7:00 an den Schreibtisch zu setzen und es einfach zu schreiben. Doch mein ganzer Körper ist in den Streik-Modus gegangen und hat beschlossen, nicht zu schlafen. Ganz schön clever: Wenn ich nicht ausgeschlafen bin, kann ich nicht um 7:00 arbeiten. Ergo: ich kann den Artikel nicht schreiben.

Erkenntnis

Mitten in der schlaflosen Nacht habe ich endlich mal auf das Gefühl hinter dem Boykott geachtet. Es sagte mir ganz eindeutig, dass ich hinter dem geplanten Artikel nicht stehe! Ich mochte den nicht, so wie ich den schreiben wollte! Das war erstmal eine Überraschung… Okay, dann schreibe ich den nicht! Aber darum ging es auch nicht. Ich wollte den schon schreiben, aber nicht so! Nicht die nach außen sichtbaren Fakten waren wichtig in meinem Wohlfühljahr! Sondern die Veränderungen die in meinem Kopf passiert sind. Die Antwort lag in meinem Schreibboykott: Wohlfühlen ist kein Zustand, denn man mit bestimmten Maßnahmen erreichen kann.

Wohlfühlen ist eine Fähigkeit!

Eine Fähigkeit, die trainiert werden muss. Eine, bei der man wie beim Sport mit Geduld, Training, Regelmäßigkeit Veränderungen erreicht. Sie passieren nicht von heute auf morgen. Aber sie passieren. Beim Wohlfühlen heißt es, wirklich genau hinzuhören, was der eigene Körper einem sagen will. Was ist dieses Gefühl, was sich in meinem Magen breit macht? Wenn es eine Stimme hätte, was würde es mir sagen wollen? Wir sind ganz schnell dabei zu erwarten, dass wir selbst perfekt nach dem Plan funktionieren, welchen unser Kopf für uns zusammengestellt hat. To-Do Liste nicht vollständig abgearbeitet? Wir schimpfen mit uns im Geiste: „Na, da hättest Du Dich aber mehr bemühen können!“ Eine Aufgabe ewig vor Dich hin geschoben? Schon unterstellen wir uns einfach Faulheit. Aber oft haben wir gute Gründe dafür, von unserem Kopf-Plan abzuweichen. Ganz oft steckt unser Bauch dahinter, der einen weiteren Durchblick als der Kopf hat. Den Gefühlen nachgehen, die in uns entstehen, ist die beste Art herauszufinden, ob mehr dahinter steckt.

Der Weg ist das Ziel

Das Jahr war somit für mich erst der Anfang eines Weges. Der geht für mich weiter und soll eigentlich nie enden. Es heißt für mich, weiterhin Dinge zu hinterfragen, mehr in mich reinzuspüren, manchmal Entscheidungen zu treffen, die früher undenkbar wären. Zu lernen mich wohlzufühlen im Hier und Jetzt, mit mir so wie ich jetzt bin – mit allen Besonderheiten und Macken, die ich habe. Die allmorgendlichen Display Reminder, das Wohlfühlboard, bestimmte Termine… – all das behalte ich. Das sind meine Mantras, die mein Unterbewusstsein weiterhin auf dem Kurs halten. Nicht nur Sportler brauchen Trainingseinheiten und Mentaltraining.

Denk daran: Wohlfühlen ist kein Zustand. Es ist eine Fähigkeit!

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