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Das Mißverständnis im Gehirn oder warum Neujahrsvorsätze scheitern

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten, 11 Sekunden

Warum Neujahrsvorsätze scheitern

 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wie jedes Jahr um diese Zeit, gefühlt an jeder Ecke, hört man wieder von Vorsätzen, Zielen, Vorhaben und Plänen für das nächste Jahr. Alle sind total motiviert und fest überzeugt, dass die kommenden Monate ganz anders sein werden: „Dieses Mal muss ich mich zusammenreißen“; „Dieses Mal klappt das ganz bestimmt – ich fange gleich am 2. Januar an“

Das Internet ist voll von Tipps, wie man diese Ziele am besten erreicht. Spätestens aber um den März herum sind die ganzen Vorhaben doch wieder vergessen. Wie jedes Jahr.

Und dieses Jahr muss ich aber meinen Senf dazu geben. Da kam mir die Blogparade „Ich erkläre dieses Jahr zum Jahr (des)…“ von Jenny gerade ganz gelegen.

87% der Menschen scheitern mit ihren Neujahrsvorsätzen 

Warum nimmt man sich Jahr fürs Jahr etwas vor, was man sowieso nicht durchhält? Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie bleiben 87% der Menschen erfolglos mit ihren Neujahrsvorsätzen! Ist doch ein Wahnsinn!

Dietmar Fernholz – Psychotherapeut und Arzt – meint, dass es an der zu großen Kluft zwischen Ist- und Wunsch-Zustand liegt. Also die Ziele sind zu groß. Oder das Zeitfenster zu klein. Ich denke, die Ursache ist eine andere.

Typische Ziele sind Abnehmen, mehr Zeit für die Familie, mit dem Rauchen aufhören, die Ernährung umstellen, mehr Sport treiben, eine Sprache lernen, mehr Gutes tun, den Job wechseln, sparsamer leben, sich selbstständig machen, weniger Alkohol trinken, mehr arbeiten, sich mehr bewegen, Stress vermeiden, weniger arbeiten, weniger Internet/Smartphone nutzen, weniger fernsehen, sich gesünder ernähren, etc. pp….

Merkst Du was?

Die Neujahrsvorsätze machen Dich nicht glücklich

Die meisten Ziele und Vorhaben fallen in den Bereich Lebens- und Selbstoptimierung. Es geht um Dinge, die wir an uns nicht mögen. Die wir ändern möchten, damit wir uns endlich in Ordnung füllen. Es sind Mängel, die der Ausgangspunkt unserer Vorhaben sind. Wir wissen, das es schlauer, gesünder, besser wäre, so oder so zu leben und zu sein. Aber irgendwie kriegen wir es nicht hin. Es sind Anforderungen, die wir an uns, an unser Leben haben. Deren Erfüllung würde uns glücklicher machen. Denken wir. Aber wie soll das funktionieren, wenn wir uns dafür Sachen vornehmen, die uns nicht glücklich machen, sondern lediglich erlauben, uns wieder selbst zu akzeptieren.

Anforderungen versus Wünsche: der kleine feine Unterschied

Die meisten der Neujahrsvorhaben sind Anforderungen und keine Wünsche, die unserem Herzen entspringen. Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen Anforderungen und Wünschen.

Wenn sich ein Wunsch erfüllt, dann freuen wir uns, sind möglicherweise sogar begeistert bis euphorisch! Wir freuen uns sogar schon, bevor sich der Wunsch erfüllt. Diese Vorfreude ist unsere Motivation, die uns bei der Stange hält.

Mach mal kurz die Augen zu und stell Dir vor, Du stehst vor einem See. Auf dem gegenüberliegenden Ufer liegt ein Traum, welchen Du Dir bisher – aus welchen Gründen auch immer – nicht erfüllen konntest. Jetzt sollst Du hinüber schwimmen – das ist das einzige, was Du tun musst, um Deinen Traum zu erreichen. Stell Dir vor, Du stehst am Wasser und bereitest Dich gerade auf den Weg vor. Wie fühlst Du Dich? Welche Gedanken, welche Bilder tauchen in Deinem Kopf auf? Ist es nicht so, dass Du eine freudige Aufregung spürst und es kaum erwarten kannst, auf der anderen Seite anzukommen? Verspürst Du vielleicht eine Zunahme an Kraft und Energie?

Und jetzt wiederhole mal die Übung mit dem einen Unterschied, dass auf der anderen Uferseite Dein Vorsatz, Deine Anforderung liegt. Du hast sicherlich ein paar davon in Deinem Leben – suche Dir eine aus. Wie fühlst Du Dich, bevor Du ins Wasser steigst und hinüber schwimmst? Welche Bilder hast Du im Kopf? Fehlt Dir vielleicht die ganze Freude, die Du bei der ersten Übung empfunden hast? Stellst Du Dir die Strecke als etwas mühsamer vor? Befürchtest Du vielleicht, dass Dich kurz vorm Ende die Kräfte verlassen?

Merkst Du den Unterschied? Es ist weit schwieriger, Anforderungen zu erfüllen, als Wünsche!

Anforderungen fehlt der motivierende Faktor

Eine Anforderung beschreibt, wie etwas zu sein hat, damit wir es als in Ordnung ansehen können. Wenn sie nicht erfüllt wird, ist unser Leben nicht in Ordnung. Wenn sie erfüllt wird, ist es aber nichts Besonderes, sondern höchstens okay! Damit wir es für richtig gut finden, müssten wir unsere Anforderungen weit übertreffen. Das bewirkt, dass wir schon beim Gedanken an Anforderungen keine Freude und Zufriedenheit empfinden – von Begeisterung ganz zu schweigen. Wir setzen unsere Anforderungen auch noch extra hoch, in der Hoffnung, bei der Erfüllung doch noch diese tollen Glücksgefühle zu empfinden. Stattdessen erleben wir aber ein ständiges unterschwelliges Mangelgefühl. Wie sollen wir dann motiviert bleiben und unsere Vorsätze tatsächlich einhalten? Wenn wir schon beim Start unbewusst spüren, dass uns das Erreichen des Ziels in keine Euphorie versetzt? Warum sollte sich das dann lohnen? 

Wir alle wollen uns in unserem Leben doch einfach wohl fühlen. Wir wollen Dinge erleben, die uns gut tun. DIESE lohnen sich für uns! Wir können uns selbst nicht verarschen: Wenn Sport treiben und Diäten halten Dir einen ständigen schnell erreichbaren emotionalen Kick bescheren würde, würdest Du auch keine Probleme haben, das Neujahrsvorhaben 10 kg abzunehmen einzuhalten. Aber so ist das leider nicht. Jedes mal, wenn Du Dich aufrappelst und ins Fitnessstudio gehst, denkst Du daran: „Ich bin zu dick; Ich mache zu wenig; Ich sollte härter trainieren; Ich sehe zu wenig Fortschritt.“ Immer und immer wieder verpasst Du Dir mit diesen Gedanken schlechte Gefühle. Und außerdem weißt Du ganz genau, dass, auch wenn Du Dein Ziel erreichen solltest, Du Dich lediglich „in Ordnung“ fühlst. Oder sogar wahrscheinlich meckerst Du weiterhin an Dir: „Es geht doch noch mehr.“

Kein Mensch steht darauf, schlechte Gefühle zu haben! Deswegen sabotieren wir irgendwann unsere eigenen Vorhaben.

Wünsche – die motivierende Alternative

Mit den Wünschen, Träumen ist es ganz anders: Wenn sie nicht erfüllt werden, heißt es nicht gleich, dass wir gescheitert sind. Das Nicht-Erfüllen unserer Wünsche stellt nicht unsere Person in Frage. Und wenn sie nur teils erfüllt werden, ist das besser als gar nicht. Also erleben wir trotzdem gute Gefühle. Alles, was besser ist als die Nichterfüllung, ist bereits gut! Es erhöht unsere Lebensfreude, gibt uns Energie. Unsere Leistungsfähigkeit ist dabei viel höher als durch die Anforderungen. Wir freuen uns schon unterwegs darauf. Dadurch sind wir bereit, auch gewisse Strapazen in Kauf zu nehmen. Und wenn sie uns doch zu viel sein sollten, dann ist es auch nicht tragisch. Dann sagen wir uns höchstens: soviel ist mir der Traum doch nicht wert! Aber wir fühlen uns dadurch nicht wie Versager! Sich einen Wunsch zu erfüllen, zaubert Dir ein nachhaltiges Grinsen in Deine Seele!

Wünsch Dir was!

Sollen wir uns daher für das neue Jahr gar nichts vornehmen? Sollen wir uns gar nicht weiter entwickeln? Darum geht es natürlich nicht! Aber anstatt uns mit Dingen zu knechten, die schon vor dem Start zum Scheitern verurteilt sind, vielleicht etwas Neues ausprobieren: sich Wünsche erfüllen!

Ich erkläre dieses Jahr zu meinem Wohlfühl-Jahr!

Ich wünsche mir mehr Tage, an denen ich mich ausgeglichen und entspannt fühle! Dafür habe ich mir eine Liste von Maßnahmen gemacht, die mir helfen könnten. Dabei steht ausreichend Schlaf an der ersten Stelle. Und eine Liste der Dinge, die ziemlich sicher immer das Gegenteil bewirken… Es war sehr hilfreich, sich beide klar zu machen. Diese Listen hängen jetzt an meinem Esszimmerschrank, an einer Stelle, wo ich sie nicht übersehen kann. Sie sollen mir bei meiner Wunscherfüllung Orientierung geben. Sollte ich mir den Wunsch nicht erfüllen können, wird es schade. Aber kein Weltuntergang. Ich werde dann trotzdem sicherlich einiges über mich lernen. Und ich werde mich trotzdem weiterhin genauso in Ordnung finden, wie bisher. Sollte es doch klappen, werde ich ganz sicher mega glücklich sein!

Denke doch mal darüber nach:

Wovon träumst Du? Was wolltest Du schon immer tun? Welche Wünsche verschiebst Du seit Ewigkeit zu Gunsten von verschiedenen Pflichten? Was wolltest Du schon immer erleben, sehen, ausprobieren? Wie wäre es, wenn Du es Dir vornimmst, Dir im neuen Jahr mindestens einen Deiner Träume und Wünsche zu erfüllen?

Oder weißt Du vielleicht gar nicht, wovon Du träumst?

Dann habe ich etwas für Dich: Deinen-persoenlichen-Schatz-finden-der-Selbstfindungskurs-mit-Title

einen 7 tägigen Selbstfindungs-Kurs, welcher Dir hilft herauszufinden, was Du Dir vom Leben wünschst! Der Kurs ist völlig gratis. An 7
aufeinanderfolgenden Tagen bekommst Du von mir eine E-Mail mit Aufgaben, die Dir helfen, Deinen Träumen auf die Spur zu kommen. Der Jahresanfang ist doch eine gute Gelegenheit dafür, um endlich die Weichen für Dein traumhaftes Leben zu stellen. Stelle sicher, dass das neue Jahr ein Jahr voller guter Gefühle, Zufriedenheit und Erfüllung wird!

Brauchst Du noch weitere Inspirationen? Dann schaue gerne bei meiner Blogger-Kollegin Jennifer rein.

2 Kommentare

  1. Wow bin richtig überrascht dass es so viele tolle Beiträge gibt, aber dieser hier hat mir besonders gefallen. Gerade die Unterscheidung zwischen Anforderungen an ein selber und den eigenen Wünschen. Meistens stelle ich nir auch Anforderungen, wie etwa das muss bis dahin erledigt sein oder streng dich mehr an. Den Ansatz sich etwas Gutes zu tun finde ich klasse, ein Wohfühljahr klingt gut. Wie wenige nehmen sich vor, sich einfach nur gut zu fühlen? Werde mir auf jeden Fall, mal die Schatztruhe näher ansehen :) Danke für den motivierenden Beitrag.

    Freundliche Grüße von

    Cordula

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