Try Happiness!

Eine einfache Regel, die Dein Leben verändern kann

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten, 1 Sekunden

 

mache eine neue Tür auf - Leben verändernIch kenne unzählige Menschen, die ihr Leben verändern möchten. Seit Jahren. Sie tun es aber nicht. Sie wünschen sich eine Veränderung, reden womöglich immer wieder darüber, stöhnen sehnsüchtig auf und dann passiert nichts. Eigentlich ganz klar, den sie machen ja immer den gleichen Shit wie sonst. Aus einem Brotbackrezept kommt keine Torte zustande, auch wenn man es zum tausendsten Mal versucht.

Es ging mir phasenweise auch so. Ich habe zwar immer wieder etwas Neues unternommen. Aber meistens so die „kleineren“ Sachen. Ich dachte: Töpfern lernen, Job-Wechsel, Fallschirmsprung, Tauchen etc. ändern nicht unbedingt gleich das ganze Leben. Immer mal hatte ich das Gefühl, dass ich stagniere. Immer mal hatte ich ein Bedürfnis nach einer großen Veränderung. Dann wurde es kompliziert. Das kam mir vor, wie einen Mühlstein zu bewegen. Ich hatte irgendwie den Dreh nicht raus. Ich wusste nicht, wo ich anfangen soll. Ich hatte das Gefühl, es muss sich etwas grundsätzlich ändern. Aber ich hatte keine detaillierte Ahnung, in welche Richtung! Ich dachte, ich muss zuerst etwas finden, was ich WILL und was gleichzeitig auch realistisch ist. So das eine große Ding! Ein sehr schwieriges Vorhaben…

Dabei ist es ganz einfach, das Leben ins Rollen zu bringen! Ich habe es auch schon früher öfters gemacht, ohne es gemerkt zu haben. Unbewusste Kompetenz – nenne ich das. Deswegen war mir gar nicht klar, dass ich weiß, wie es geht. Ich denke, wir können es alle, ohne es zu wissen. Jedes Kind weiß es, muss es wissen, sonst würde es nichts lernen und sich weiter entwickeln können. Als Erwachsene verlernen wir das stückchenweise. Wir können es vielleicht noch gerade bis zu dem Punkt, wo uns der Alltagstrott des erwachsenen Lebens in seine Krallen kriegt. Bis die alltäglichen Sorgen, seltsame Ängste, eine gewisse Bequemlichkeit sich breit machen. Dann vergessen wir, wie es geht, verlernen es. Es wie mit einem Beinbruch, nachdem man neu laufen lernen muss.

Die Lösung heißt:

„Wenn Du etwas Neues erleben möchtest, so musst Du etwas tun, was Du bisher noch nie getan hast“

Seit ich diesen Satz in einem Buch gelesen habe, ließ er mich nicht mehr los. Irgendwie hat er bei mir etwas berührt. Ich hatte schon lange davor in mir einen Drang verspürt, die vertrauten Bahnen zu verlassen, eine neue Richtung anzusteuern. Der Spruch war das Richtige zum richtigen Zeitpunkt und hat in mir was zum Klingen gebracht. Ich habe ihn mir immer wieder wie ein Mantra im Kopf vorgesagt. „… was Du bisher noch nie getan hast. … was Du noch nie getan hast…“

Mein neues Mantra hat angefangen, in mir zu arbeiten. Langsam hat sich mein innerer Kompass wieder auf Neues eingestellt. Mit der Zeit ist mir klar geworden, dass es keine großen Dinge sein müssen. Ich muss nicht meinen Job schmeißen und Backpacker werden oder auf einem Walbeobachtungsschiff anheuern.

Um mein Leben zu verändern, kann ich doch mit kleineren Sachen anfangen!

Mache den ersten Schritt, egal wie klein er ist!

Mach etwas Neues: erfülle Dir Deine Wünsche

Ich habe mit einer Liste der Wünsche angefangen, die mir schon seit längerem im Kopf rumgegangen sind. Ich habe sie aufgeschrieben. Zumindest alle, die mir eingefallen sind (die Liste ist nicht statisch). Auch die total unrealistischen aus meiner Sicht. Und dann:

  • allen Wünschen Noten vergeben: 1-das würde mein Leben verändern, 2-wäre richtig geil, 3-es wäre nett,
  • zu jedem alle Einwände bzw. Gründe notiert, warum ich sie bisher nicht realisiert habe
  • die Wünsche ohne Einwände nach und nach fest eingeplant
  • die Einwände der Wünsche mit Note 1 unter die Lupe genommen

Die Liste selbst ist schon der erste Schritt.

Die Erfüllung der einfacheren Wünsche war bei mir … nicht einfach. Ich war noch zeitlich ziemlich gebunden, daher habe ich sie für später eingeplant und bin gleich zum letzten Punkt übergegangen.

Ich habe angefangen, Dinge durchzuspielen. Im Kopf und auf Papier. Und auch zu recherchieren. Ein Herzenswunsch war für mich Auszeit. Bisher habe ich einfach nur lose darüber nachgedacht: Das wäre schön, eine Auszeit zu nehmen. Habe aber gleich 100 Einwände gesehen, warum das nicht möglich ist. Und an dieser Stelle habe ich dann immer gleich aufgehört. Ich habe nie versucht, diese Einwände zu hinterfragen und zu entkräften. Jetzt habe ich mich einfach mal ganz offen mit allen Abers, Pros und Kontras auseinander gesetzt. Ich habe angefangen, Grenzen zu hinterfragen:

  • warum halte ich etwas für unmöglich für mich?
  • Kenne ich jemanden oder habe ich über jemanden gehört, für den es möglich war?
  • Was müsste sich ändern, damit es für möglich wird?
  • Bin ich sicher, dass die obigen Bedingungen notwendig sind?

Ich habe mich informiert, wie andere das gemacht haben. Alles aufgeschrieben. Und auf einmal sah das Ganze doch nicht so unrealistisch aus. Am Ende ist doch eine große Veränderung daraus geworden.

Mancher Wunsch wird durch so einen Prozess aber auch aufgegeben oder aufgeschoben. Wir haben mit meinem Mann öfter darüber sinniert, dass wir gerne irgendwo in der Abgeschiedenheit wohnen möchten. Tief im Wald, am besten noch an einem See, ohne direkte Nachbarn, vielleicht so halbwegs als Selbstversorger… Irgendwann… Natürlich haben wir uns auch gefragt, ob uns das auf Dauer wirklich liegen würde. Aber eine Frage haben wir uns aber nie gestellt: wie könnten wir das herausfinden?

Die Fixierung auf „Neues tun“ hat mich eben dazu gebracht, nach Wegen zu suchen. Jetzt hatte ich eine Idee, dass wir das vielleicht mal im kleinerem Rahmen testen könnten, ob uns so ein Leben taugen würde. Vielleicht könnten wir mal in so einer „Wildnis“ 2 Wochen Urlaub machen? Oder irgendwo auf einem Bauernhof mal eine Zeitlang mitarbeiten? Wieder habe ich angefangen, darüber zu recherchieren, ob und wo man das machen könnte. Den Test haben wir letztendlich nicht gemacht. Aber die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema, Geschichten von anderen Menschen, die so leben, hat uns schon geholfen. Wir sind erstmals zu dem Schluss gekommen, dass wir weniger radikale Lebensweisen bevorzugen. Wir haben diese romantische Vorstellung zurzeit für uns sein lassen. Wir haben kurz diese Tür geöffnet, geschaut, was dahinter liegt und sie erst mal wieder zugemacht.

Ich habe mir angewöhnt alle „Ach-ja-das-wäre-nett/schön“-Sachen oder „das-wollten-wir-schon-immer-machen“-Dinge gleich unter die Lupe zu nehmen. Du würdest gerne mal Kuba sehen? Frage Dich, wann es möglich wäre, was es kostet, plane es! Du würdest gerne mal Reiten lernen? Frage Dich, ob Du es sofort zeitlich hinbekommst und recherchiere nach den Möglichkeiten! Du würdest gerne Osteopathie lernen? Checke, wie wichtig es Dir ist und mache Dich schlau, wie Du es in Deine aktuelle Lebenssituation integrieren kannst! Rede nicht nur darüber! Unternimm etwas, auch wenn es nur sich Informieren ist! Du wirst überrascht sein, welch kleinste Schritte teilweise ausreichen, damit Dein Leben einen neuen Schwung bekommt und Du anfängst, auf Deine Lebensveränderung zuzusteuern!

Mach etwas Neues: raus aus der Komfortzone!

Ich bin eher ein Konflikt-vermeidender Mensch. Es sei denn, ich bin von etwas 100 % überzeugt, das Thema oder eine Person ist mir wichtig und ich bin argumentativ gut gerüstet – dann kenne ich nichts. Dann gehe ich ohne Scheu auf die Barrikaden. Aber sobald einer dieser Faktoren fehlt, gehe ich lieber den Diskussionen und Konflikten aus dem Weg. Ich will gemocht und akzeptiert werden. Aus Angst vor Ablehnung lasse ich es sein und behalte meine Sicht der Dinge für mich. So war es zumindest die meiste Zeit meines Lebens. Doch in der „… mache etwas, was Du noch nie getan hast“-Phase, ist in mir ein kleiner Rebell aufgewacht. Ich dachte mir, ich will nicht mehr nur „nett“ sein. Mein innerer Rebell fing an mich anzustacheln, in Situationen, in denen ich mich früher im Stillen geärgert und alles für mich behalten hätte, den Mund aufzumachen oder in die Tasten zu hauen. Plötzlich habe ich angefangen, Leute anzupissen. Meine unterschiedlichen Ansichten zu präsentieren und zu streiten, zu diskutieren. Auch auf die Gefahr, dass mich jemand dadurch doof findet und mit mir nichts mehr zu tun haben will. Egal, mit solchen Leuten wollte ich dann auf einmal selbst nichts mehr zu tun haben. Der kleine Angsthase in mir hat gezittert und ich habe trotzdem gezündelt. Es war befreiend. Es war etwas, was ich noch nie getan habe.

Oft ist es so, dass auf der Wunschliste Dinge stehen, die uns Angst machen. Die uns so richtig aus der Komfortzone befördern. Wie wichtig es ist, sich den eigenen Ängsten zu stellen, habe ich schon mal geschrieben. Der Weg aus der Angst führt durch die Angst hindurch. Dieser Blog war auch so eine Sache. Ich wollte schon immer einen Blog schreiben. Nur leider sind die Themen, die mich interessieren, sehr persönlich. Und ich kann nicht über Sachen schreiben, die mich NICHT interessieren. Allerdings zu erzählen, was in meinem Kopf wirklich vorgeht, meine sehr persönlichen Geschichten und Gedanken zu teilen – davor hatte ich immer Angst. Seit der Schulzeit, als meine Freundschaft und Vertrauen von einer Freundin ausgenutzt wurden. Blöde Sache, dass so etwas einen dermaßen langfristig schädigen kann. Mit diesem Blog gehe ich einen gewaltigen Schritt aus der Komfortzone. Ich sehe nicht ein, dass mich die Vergangenheit weiterhin beeinflusst.

Verändere Dein Leben nicht ab und zu, sondern bleib ständig im Fluss

Wenn wir jung sind, verändert sich unser Leben ständig. Wir müssen da nichts Spezielles tun – das liegt in der Natur der Sache. Wir denken auch gar nicht darüber nach, unser Leben zu verändern oder wie das geht. Später streben wir nach Stabilität. Leider wird dann oft Stagnation daraus. Irgendwann wird uns das dann vielleicht doch zu starr oder zu unbequem. Dann wollen wir unser Leben verändern. Mal. Ich denke, wenn wir permanent Neues lernen, ausprobieren, Neues erleben, dann müssen wir gar nicht „mal“ oder immermal unser Leben verändern. Dann bleibt alles im Fluss. Die Veränderungen ergeben sich automatisch immer dann, wenn es an der Zeit ist, anstatt eine Reaktion auf Stagnation zu sein.

Sollte es Dir aber doch passieren, dass Du plötzlich eine Veränderung brauchst, bist Dir aber nicht im Klaren, in welche Richtung es gehen sollte oder Du traust Dich nicht, den großen Schritt zu machen: fange mit den kleinen Dingen an. Sie bringen Dich auch voran. Mit der Zeit wird für Dich immer deutlicher, was Du eigentlich möchtest. Dein Mut für DIE große Veränderung wächst nebenbei auch.

Die „kleineren“ Sachen ändern nicht gleich dein ganzes Leben. Nicht gleich. Aber oft genug sind es die Steinchen, die eine ganze Lawine nach sich ziehen.

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PS:

Noch eine kurze Geschichte, wie ich auf das Motto „Wenn Du etwas Neues erleben möchtest, so musst Du etwas tun, was Du bisher noch nie getan hast“ gekommen bin:

Es stammt aus dem Buch von Markus Kellermann: „Vom Job in die Freiheit“. Ich kenne Markus. Als ich gehört habe, dass er ein Buch geschrieben hat, war ich einfach neugierig – auf die Inhalte eines Menschen, den ich kannte. Und wie das halt so im Leben ist: man findet immer das Richtige zum richtigen Zeitpunkt.

Er selbst wusste nicht, von wem der Spruch kam. War auch egal, der Spruch enthält eine große Wahrheit und es hat mich voll getroffen. Aber ich habe mal recherchiert und habe diesen Spruch gefunden: „Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, dann tu, was du noch nie getan hast.“ Es ist ein Buchtitel von Nossrat Peseschkian, einem deutschen Psychotherapeuten. Ob dieser der „Originalspruch“ ist, oder beide unabhängig entstanden sind, keine Ahnung…

Der Markus hat gar keine Ahnung, was er angerichtet hat ;-)

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