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Immer die innere Balance bewahren – wie geht das?

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten, 59 Sekunden

innere Balance_YogaImmer in Frieden mit sich selbst zu sein, immer ausgeglichen, immer diese innere Balance zu verspüren… Es ist seit langem mein Traum. Manchmal wird er aber wahr… Doch dann verliere ich ab und zu mein inneres Gleichgewicht. Eine Zeitlang geht es gut und dann haut es mich wieder aus meiner Spur raus.

Was verhilft mir zur inneren Balance?

Dabei weiß ich ganz genau, was mir gut tut und wie ich dafür sorgen kann, dass das nicht passiert: mindestens 8 Stunden Schlaf, früh aufstehen, Yoga machen und meditieren. Dann kriege ich es auch wunderbar hin, in ein paar Stunden meine Arbeit zu erledigen, was mir auch wieder ein gutes Gefühl gibt. Ganz wichtig dabei – die Entspannungspausen. Ich darf mit der Arbeit einfach nicht übertreiben, immer schön auf mich achten. Ausgewogene Ernährung und viel trinken, möglichst auf Kaffee und Alkohol zu verzichten – das sind die weiteren Bausteine meines inneren Friedens. Ich weiß, wenn ich all das beachte, dann steht der Work-Life-Balance nichts mehr im Wege!

Ein Hoch

Ich liebe diese Phasen, wo es mir gelingt, bei mir zu bleiben, in der Balance zu bleiben! In der Zeit geht es mir wirklich gut. Meine Energie und Wohlbefinden steigen gefühlt ins Unendliche. Manchmal könnte ich einfach nur schreien: „Das Leben ist sooo geil!“. In diesen Zeiten klappt alles, fügt sich alles wie von Zauberhand zusammen, mir geht es saugut, die Arbeit und Privatleben machen Spaß und lassen sich wunderbar vereinbaren. Ich habe das Gefühl, dass ich Bäume ausreißen, die Welt umarmen könnte!

Aber gerade in dieser enormen Energie liegt für mich die Gefahr: ich werde übermütig. Ich fange an mich zu verhalten, als ob diese Energie endlos wäre. Ich vergesse kurz, was die Quelle meiner Kraft füllt.

Ich fange wieder an, zu leben, als ob diese Quelle nie versiegen könnte und immer ein reißender Fluss daraus kommen könnte. Einfach so, ohne mein Zutun. Unabhängig von der Wetterlage.

Ein Tief

In diesem Übermut höre ich auf, auf meinen Schlafrhythmus zu achten: ich habe so viele spannende Dinge zu tun und will einfach weiter machen! Die Motivation ist hoch, die Energie erlaubt mir über etwas Schlafdefizit hinwegzusehen.

Ich höre auch auf, Yoga zu machen: jede Stunde, die ich meiner Arbeit widme, bringt mich voran! Ich kann mein Yoga doch später machen, nach der Arbeit! Das mache ich dann natürlich nicht…, weil mir doch etwas anderes dazwischen kommt…

Irgendwann bin ich dann zu müde, nicht nur um Yoga zu machen, sondern auch um zu arbeiten. Die Motivation lässt nach. Aber ich prügele mich dennoch durch die Tasks durch… Es wird jeden Tag schwerer… Ich stelle alles in Frage, zweifele an Dingen, die ich vor 2 Wochen für die geilsten Ideen der Welt gehalten habe.

Irgendwann sehe ich es dann ein und schleppe mich auf meine Matte hin. Eine Stunde Yoga macht noch keinen Sommer im Herzen. Es ist aber ein guter Anfang und ich weiß das. Ich fange an, wieder regelmäßig zu üben. Zu meditieren. Und auch früher ins Bett zu gehen. Das Letztere wird leichter, wenn ich auf Koffein verzichte. Und so langsam, Tag für Tag gewinne ich meine Balance wieder.

Und wieder von vorn

Doch immer wieder vergesse ich es und komme von meinem Pfad ab. Ich suche nach einer Abkürzung, weil mir mein Pfad zu lang erscheint. Ich höre auf, die Blumen auf dem Wegesrand zu bewundern und will einfach schnell zu meinem Ziel! Aber ich lande regelmäßig in einem unpassierbaren Dickicht. Eine Weile versuche ich, doch noch weiter zu gehen. Irgendwann sehe ich es jedoch ein, dass ich auf meinem gemütlichen Pfad insgesamt schneller und entspannter vorankomme. Ich gehe zurück.

Und dann fange ich wieder an: mache regelmäßig Yoga, sorge für ausreichend Schlaf, achte auf meine Ernährung und Pausen. Ich achte allgemein wieder mehr darauf, dass es mir gut geht – bei allem, was ich tue. Und ich übe mich in Geduld. Denn die gestörte Balance kann ich nicht an einem einzigen Tag reparieren.

Hast Du schon mal einen Brunnen im Garten leer gepumpt?

Ja, man kann einen Brunnen leer pumpen. Innerhalb von ein paar Stunden kannst Du das ganze Wasser entnehmen! Zum Beispiel in einem sehr heißen trockenen Sommer. Auf ein Mal kommt kein Tropfen mehr raus. Das ist nicht für ewig und immer, aber erstmal ist er trocken. Es braucht dann ein paar Tage, am besten Regentage, damit neues Wasser auf das ursprüngliche Niveau steigt.

Genauso geht das mit der inneren Balance. Es dauert einfach eine Zeit, bis sich die Energie wieder auf das unglaubliche beflügelnde Niveau aufbaut. Diese Zeit erfordert von mir viel Geduld und Achtsamkeit mir selbst gegenüber. Aber ich merke relativ schnell, dass es jeden Tag besser wird.

Es passiert mir immer wieder, dass ich aus meinem Pfad herausfalle. Bis vor kurzem hat mich das tierisch genervt. Warum kann ich das nicht ein für allemal verinnerlichen?! Ich kenne das alles schon! Ich weiß doch, was mir schadet und wie das endet! Warum mache ich das immer wieder!? Warum missachte ich immer wieder meine Grenzen und tue so, als ob ich nicht wüsste, wo das hinführt?!

Dann sagte mein Mann irgendwann zu mir: „Ich denke, das mit der inneren Balance, ist wie Balancieren lernen: man lernt es nicht einfach einmal und hat es dann drauf, sondern muss eben ständig balancieren.“

Ständiges Balancieren liegt in der Natur der inneren Balance!

Ich kann mich erinnern, wie ich angefangen habe Yoga zu machen. Eine der Asanas fand ich besonders fies – die Vrksasana, den Baum. 1 Minute lang auf einem Bein stehen und auch noch die Hände über den Kopf heben?! Verrückt! Nicht machbar! Ich bin geschwankt wie eine Betrunkene, habe mit den Händen um meine Balance gewedelt. Doch irgendwann ging es. Immer besser. Zuerst hatte ich die Arme vor dem Brustkorb behalten. Irgendwann konnte ich sie doch über meinen Kopf heben. Die Beine sind immer stabiler geworden.

Heute liebe ich diese Übung! Aber es geht nicht einfach so von selbst. Meine Fokussierung und meine Beinmuskeln balancieren die ganze Zeit. Wenn das Zittern der Beine am Anfang ganz heftig sichtbar war, so ist es jetzt nicht ganz verschwunden, sondern feiner geworden. Aber ich spüre es. Jeden Tag aufs Neue stelle ich mich hin und versuche in der Baum-Stellung die Balance zu halten. Es gibt Tage, da klappt es besser, an den anderen schwanke ich mehr. Falls ich für ein paar Tage ganz mit Yoga pausiere, merke ich an dieser Asana besonders, dass ich aus der Balance bin. Es dauert 2-3 Tage, bis ich mich wieder eingependelt habe. Aber ich falle nie ganz auf den Anfang zurück.

Wenn ich heute mal wieder meine innere Balance verliere, meine Work-Life-Balance, ärgere ich mich nicht mehr über mich selbst. Ich fange dann einfach wieder an, alles zu leben, was mir gut tut. Ich pendele mich dann langsam und geduldig wieder ein. Denn Balance heißt balancieren und nicht starr wie ein Stein auf einem Punkt ruhen.

Deine Arleta

PS.:

  1. Was hilft Dir, wieder zur Ruhe, ins Gleichgewicht zu kommen? Welcher Lebensrhythmus tut Dir persönlich gut?
  2. Sei nicht traurig und ärgere Dich nicht über Dich selbst, wenn Du Deine innere Balance mal wieder verlierst. Fange gleich einfach wieder an, das zu tun, was Dich wieder in Dein Gleichgewicht zurück bringt!

Ein Kommentar

  1. Sehr schöner Artikel :-) Danke!

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