Try Happiness!

Permanentes Glücksgefühl gibt es nicht – ist zum glücklichen Leben aber auch nicht nötig!

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten, 21 Sekunden

permanentes GlücksgefühlEnttäuscht? Das wäre ich auch. Wenn mir das jemand so unerwartet um die Ohren hauen würde. Ich hatte aber Glück: keiner hat es mir vorher gesagt. Bis ich es selbst erfahren habe. Oder hatte ich eher Pech? Aber warte mal: das Ganze ist gar nicht so schlimm, wie es sich anhört! Deswegen: lies weiter!

Das mit dem Glück ist mir heute so richtig bewußt geworden. Ich wäre heute gerne noch etwas länger im Bett geblieben, aber dann wäre der Tag kürzer und ich hätte nicht so viel erledigen können. Ich habe mich um 8:00 Uhr aus dem Bett gequält. Als erstes meinen inneren Schweinehund gleich beim Zähneputzen im Bad eingesperrt und mich selbst im Wohnzimmer auf die Yoga-Matte geschwungen. 1,5 Stunden Yin-Yoga – die Session wollte ich schon länger ausprobieren. Im Anschluß einige Minuten meditieren. Yoga und Meditation helfen mir immer in der Früh meinen inneren Kompass auf Glück zu justieren. Sie erden mich, helfen mir, mich auf den Sinn MEINES Lebens zu besinnen und auf das, was für mich in meinem Leben wertvoll ist. Manchmal geht es besser, manchmal schlechter. Heute war das Ergebnis okay, wenn auch nicht berauschend. Aber:

Heute sprudele ich NICHT vor Glück

Ich habe schon während des Übens mitbekommen, dass das Wetter mir heute keine Freude machen wird. Es weht wie die Sau – und ich hasse Wind! Und es ist zu kalt, um den Tag Sommer zu nennen. Beim Kaffee habe ich überlegt, was ich heute so machen MÖCHTE. Ich habe immer tausend Pläne und bedauere, dass ich nur zwei Hände hab und der Tag nur 24 Stunden. Ich weiß, ich kann nicht alles auf einmal schaffen, auch wenn ich das verdammt schade finde. Also versuche ich immer nach folgenden Kriterien vorzugehen:

  • gibt es etwas Dringendes, was ich heute unbedingt erledigen muss?
  • gibt es unter den dringenden Sachen etwas, was ich lieber als das andere machen möchte?
  • gibt es darunter etwas, was ich so gar nicht mag? – manchmal hilft es dann, diese Sache eben als erstes zu erledigen, damit mir das nicht mehr die Energie raubt
  • Wenn es nichts Dringendes gibt, worauf hab ich denn Lust?

Normalerweise funktioniert die Methode ganz gut, ich bin voll motiviert bei den Sachen, die ich mache und fühle mich energievoll und glücklich. Aber heute habe ich schon bei den ersten Überlegungen gemerkt: es ist kein guter Tag. Der Kaffee hat lediglich meinen Herzschlag erhöht, aber nicht die Energie. Irgendwie fand ich alles… farblos, sinnlos, bläääh…. Kennt ihr solche Tage?

Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich glücklich bin, hätte ich geantwortet: „eigentlich schon“. Ich hasse das Wort „eigentlich“. Es impliziert für mich, dass es da noch das „uneigentlich“ gibt. Und das ist heute bei mir der Fall:

Eigentlich bin ich glücklich, so grundsätzlich in meinem Leben.

Nur heute, jetzt gerade, strotze ich nicht vor Lebensenergie und Freude. Ich bin irgendwie gedämpft, hab auf nichts Lust, weiß nicht so richtig, was ich mit mir anfangen soll, habe keine Lust mit meiner Familie zu telefonieren, am liebsten würde ich mich im Bett verkriechen und schlafen. Ich fühle mich nicht unglücklich, aber auch nicht glücklich… Ein komischer, sehr unbequemer Zustand.

Aber wie man sieht: so schlimm ist das Ganze nicht. Ich heule nicht, ich finde mein Leben nicht beschissen oder mich ungeliebt und von allen verlassen, ich bin nicht gleich todunglücklich. Das wäre direkt ein schwarzer Tag. Mein heutiger Tag ist eher grau. Die meisten Tage in meinem Leben sind strahlend weiß: an diesen Tagen habe ich das Gefühl, dass das Glück meine Brust sprengen will! Ich laufe durch den Garten und das Haus und grinse manchmal glücklich vor mich hin. Ich lächle beim Anblick schöner Blumen, der neuen alten schönen Bank, die ich gerade gebastelt habe, bei dem Gedanken an meine Familie und Freunde, meine Beziehung… Ich bin dankbar für mein Leben und das Glücksgefühl erfüllt jede meiner Zellen. Das sind die weißen Tage. Aber die lassen sich leider nicht permanent aufrechterhalten. Zwischen den weißen und schwarzen Tagen sind eben die grauen. Man empfindet an denen kein direktes Glücksgefühl, ist aber auch nicht unglücklich. Kein Fleisch, kein Fisch…

Permanentes Glücksgefühl

Ich habe gelernt, dass diese Tage halt dazu gehören. Und sie sind dafür gut, dass man womöglich am nächsten Tag das Glücksgefühl so richtig spüren und auskosten kann. Vielleicht muss sich der Körper und der Kopf auch mal ab und zu von der Glückshormon-Flut erholen, einfach mal in Standby gehen. Manchmal gibt es auch andere unterschiedliche Gründe dafür, warum sich so ein Tag einstellt. Es kann an einer Erkältung liegen, die sich anbahnt. Oder vielleicht ist Schlafmangel die Ursache. Bei Frauen können es die Hormone sein, die einmal im Monat alles auf den Kopf stellen. Bei mir ist es manchmal auch das Wetter, der plötzliche Wechsel von warm auf kalt, auf den ich mich einfach nicht so schnell einstellen kann. Oder eine Aufgabe, vor der ich mich drücke, die mir auf die Stimmung schlägt. Wichtig ist, dass man versucht, die eigenen Gründe kennen zu lernen. Denn dann kann man vielleicht auch ein bisschen dagegen steuern und sich den grauen Tag so angenehm wie möglich gestalten.

  • bei Erkältung: es einfach akzeptieren, ein Erkältungsbad nehmen, sich wenn möglich mit einem guten Buch unter eine Decke kuscheln
  • bei Schlafmangel – versuchen, zusätzlichen Schlaf zu bekommen oder einfach durchhalten, den Tag möglichst unanstrengend gestalten und früh ins Bett gehen
  • PMS: Schlafen? Yoga? ein gutes Buch? ein warmes Bad? Da hat sicherlich jede ein eigenes Rezept. Wichtig ist: im Hinterkopf behalten, dass diese Tage und diese Stimmung nicht Du sind und dass sie vorbei gehen!
  • Wetter: warmes Bad oder Sauna, stimmungsaufhellende Musik, was immer Dich innerlich ein bisschen in die Wärme beamen kann

Höre in Dich rein und experimentiere mit verschiedenen Lösungen, die Dir gut tun könnten!

Und ganz wichtig: ÄRGERE DICH NICHT DARÜBER, DASS ES DIR GERADE NICHT SO BOMBIG GEHT!

Akzeptiere diesen Tag und diese Stimmung. Sehr oft reicht das schon aus, damit die Stimmungskurve in die positive Richtung dreht. Es ist nicht schlimm, mal einen grauen Tag zu haben. Das tut Deinem Lebensglück keinen Abbruch.

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