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10 Dinge, die Dir helfen können, ein Stimmungstief zu überwinden

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten, 43 Sekunden

Stimmungstief überwinden
Auch wenn mein Motto ist, einfach glücklich zu sein, bin ich unter Umständen nicht vor Stimmungstiefs gefeit. Ich habe manchmal Phasen, in denen ich das Gefühl habe, ständig, den ganzen Tag, bei jeder kleinsten Tätigkeit mit mir kämpfen zu müssen. Wie letztens wieder… Was aber tun, wenn ich da so im schwarzen Loch hänge? Wenn äußerlich mein Leben eigentlich total geil ist, ich aber irgendwie alles scheiße finde. Wenn immer mehr betrübende Gedanken, der innere Kritiker, der eigene Nörgler zur Wort kommen. Wenn an den Tagen irgendwie nicht nur der Himmel grau verhangen ist, sondern die eigene Stimmung noch mehr…

Mach Dich nicht selbst fertig dafür, dass es Dir nicht gut geht!

Die meisten von uns tendieren dazu, immer noch eine Schippe drauf zu packen. Sich selbst noch weiter zu peitschen. Es muss doch mehr gehen! Es muss doch besser werden können! Wieso kriege ich das nicht hin?! Andere schaffen es doch auch?! Was habe ich denn für Luxus-Probleme?!

Na, klingt das motivierend? Würden wir so unsere Kinder, unsere Freunde motivieren? Warum machen wir es dann mit uns selbst?

Behandle Dich so, wie Du deinen besten Freund behandeln würdest!

Das geht mir jetzt alles auf, während ich das schreibe. Nachdem ich heute früh zu meinem Mann gesagt habe, dass mich meine Luxusprobleme nerven. Dass es da draußen doch sicher viele Menschen gibt, die liebend gerne mit mir tauschen würden. Dass ich mir so undankbar vorkomme… Und er mir dann liebevoll gesagt hat, dass ich mir selbst gegenüber ungerecht bin… Darauf hatte ich keine Entgegnung…

Ja, ich war mir gegenüber ungerecht. Und vor allem, ich habe mit dieser Einstellung nichts dazu beigetragen, dass es mir wieder besser geht. Im Gegenteil…

Das Verständnis für das eigene Problem ist das A und O bei der Lösungssuche

Dabei geht es nicht darum, sich in der schlechten Stimmung zu baden, sie zu zelebrieren und immer tiefer einzusinken. So nach dem Motto, „ach wie scheiße das Leben ist“. Aber erst die Empathie uns selbst gegenüber erlaubt uns überhaupt eine liebvolle Suche nach einer Lösung.

Unternimm etwas, was Dir gut tut und die Stimmung heben kann.

Lasse alles sein, was nur oberflächlich hilft.

Und was kann denn die Lösung sein? Wichtig ist es zu wissen, was einem gut tut. Und das muss jeder für sich selbst herausfinden und ausprobieren.

Ich habe im Laufe der Jahre für mich ein paar Dinge herausgefunden, die mir helfen. Vielleicht ist auch für Dich etwas dabei:

  1. Auf Alkohol und Kaffee verzichten. Wenn ich schlecht drauf bin, greife ich gerne mal zu einem oder zwei Gläsern Wein. Das Dumme ist, das hilft nur kurzfristig, betäubt die negativen Gefühle, verschleiert das Problem, löst es aber nicht nachhaltig. Am nächsten Morgen wache ich dann mit dem gleichen Mist wieder auf… Wenn es dumm läuft, dann hat mich der Wein am Abend so aufgemuntert, dass ich später ins Bett gekommen bin. Das heißt dann auch weniger Schlaf. Am nächsten Tag brauche ich Kaffee, um wieder munter zu werden. Am Abend bin ich nicht nur schlecht gelaunt, sondern auch noch aufgedreht durch das Koffein. Ich brauche wieder ein Glas Wein, um runter zu kommen und meine Stimmung zu verbessern. Teufelskreis…
  2. Ausreichend Schlaf. Zu wenig Schlaf drückt mir persönlich ordentlich auf die Stimmung. Ich habe nicht nur Probleme, mich zu konzentrieren, sondern sehe die Welt tatsächlich in total grauen Tönen… Ich bin demotiviert, glaube nicht an mich, bin gereizt und ungeduldig. Ausreichend Schlaf wirkt bei mir manchmal Wunder. Ich kenne auch andere Menschen, denen es ähnlich geht. Ich hatte mal früher einen Spruch „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin“. Tja… heute weiß ich, wenn ich nicht ausreichend schlafe, dann bin ich schneller tot als mir lieb ist.
  3. Gesunde Ernährung. Nicht nur der Verzicht auf Kaffee und Alkohol hat eine zauberhafte Wirkung auf meine Psyche. Ich habe für mich festgestellt, dass die Ernährung generell unglaublichen Einfluss darauf hat, wie es mir stimmungstechnisch geht. Fastfood, zu viel Fleisch, zu wenig gesunde alkoholfreie Flüssigkeit, zu viel Mehlprodukte, wenig gutes Gemüse ist nicht nur für meinen Magen auf die Dauer zu schwer zu bewältigen. Das „zu viel des Nicht-so-Guten“ fließt direkt in mein Nervensystem ein.
  4. Yoga und Meditieren. Für mich wirkt das Wunder. Natürlich nicht sofort, nach dem einem Mal. Das wäre ja auch zu einfach. Aber Yoga führt mich direkt zurück zu mir selbst, zurück ins Jetzt. Wenn ich mich auf meinen Körper und meinen Atem konzentriere, schalte ich all die anderen negativen Gedanken ab. Es ist, als ob einem kurz beim Segeln im Nebel das Ufer sichtbar wird. Auf einmal weiß ich wieder die Richtung, in die ich segeln soll. Und je öfter ich das mache, desto mehr verschwindet der Nebel. Das Meditieren ist wie eine Vertiefung von Yoga. Wenn man es kann und mag, wirkt es sehr erdend und entspannend.
  5. Dankbarkeit üben. Manchmal beim Meditieren rufe ich mir alle Dinge in Gedächtnis, für die ich  in meinem Leben dankbar sein kann. Ich kann mich da richtig euphorisch denken dabei. Danach habe ich so viel Energie, dass ich Berge versetzen könnte. Aus dem psychischen Tief heraus ist es natürlich schwierig, so einen High-sein-Effekt zu erreichen. Aber stückchenweise und regelmäßig praktiziert hat Dankbarkeit eine gewaltige Kraft! Du kannst die Punkte auch schriftlich festhalten. Zum Beispiel jeden morgen nach dem Aufwachen in ein Heft schreiben. Oder am Abend vorm ins Bettgehen. Und jeder von uns hat sicherlich tausend Dinge, für die er dankbar sein kann. Sei es dafür, dass wir gesund sind, Familie haben oder ein Dach über dem Kopf. Whatever! Du findest bestimmt etwas!
  6. Fernseh-Abstinenz. Ich habe schon oft genug erlebt, dass ich bei der schlechten Laune versucht hatte, mich mit Fernsehschauen zu betäuben. Es hat leider NIE funktioniert. Auf nichts Lust und zu nichts Kraft? Lass uns mal durchschalten… Solange ich geschaut habe, war es okay. Aber danach schlug mein Tief mit einer noch heftigeren Kraft zu. Er hat sich einfach leise ins Esszimmer gesetzt und auf mich gewartet, bis ich die Kiste ausschalte und das Wohnzimmer verlasse. Das gleiche betrifft auch sinnloses Im-Internet-surfen, auf Facebook allen möglichen Mist lesen oder Computerspiele spielen. Es verdeckt kurzfristig die schlechte Stimmung und langfristig macht es alles nur noch schlimmer. Ab sofort, wenn ich nicht weiß, was ich mit mir anfangen soll, mache ich Yoga. Oder gehe joggen. Oder schlafen. Alles ist hilfreicher, um ein emotionales Tief zu überwinden, als Fernsehen
  7. Nach RESET Momenten suchen. Ich bin heute mit meinem Laptop in die Stadt gefahren. Ich habe mich ins Kaffee gesetzt und habe dort gearbeitet. Ich hätte nicht gemusst, hatte keinen Termin oder so. Aber irgendwie habe ich mich zuhause festgefahren. Die Räder meines Lebenswagens steckten tief in Schlamm und wollten sich keinen Millimeter bewegen. Ich musste die Richtung ändern. Das Umfeld. Ich habe zwei Wochen versucht, mich daheim launentechnisch hochzuheben. Es ging nicht. Also musste ich etwas anderes ausprobieren. Tapete wechseln. Irgendwann habe ich gemerkt, dass mich solche „Ausflüge“ reseten und inspirieren. Das kann vielleicht sein: mal woanders arbeiten, wenn Du diese Möglichkeit hast, essen gehen anstatt daheim zu kochen. Wellnesswochenende. Garten umgraben. Whatever! Hauptsache, es ist etwas, was Du nicht immer machst, was nicht zu Deiner normalen Routine gehört. Teste verschiedene Sachen aus! Schreibe Deine Ideen hier unten als Kommentar, damit wir alle inspiriert werden!
  8. Achtsamkeit. Versuchen im Hier und Jetzt zu bleiben. Wenn Du Deinen negativen Gedanken nachhängst, dann bist Du meistens in der Zukunft, in der Vergangenheit oder in den Vorstellungen von Deinem Leben, die noch nicht oder nicht mehr wahr sind oder von denen Du befürchtest, das sie  oder daß sie nie Wirklichkeit werden. Das ist nicht das Hier und Jetzt. Hier und jetzt gibt es keine WIRKLICHEN, keine lebensgefährlichen Probleme (es sei denn, Du stehst gerade irgendwo in Südafrika 2 Meter von einem hungrigen Löwen entfernt). Versuche Dich darauf zu konzentrieren, was DU GERADE machst: wenn Du Zähne putzt, dann PUTZE die Zähne, denke dabei nicht an das Meeting, welches Dich in 4 Stunden erwartet oder was Du am Abend kochen willst. Bleib ganz bei dem, was Du tust. Achte darauf, was in Deinem Körper passiert. Achte auf Deinen Atem. Übe die Achtsamkeit bei so kleinen alltäglichen Dingen. Bei mir bewirkt es Wunder, es holt mich wieder zurück ins Leben.
  9. Suche nach Dingen, die Dir gut tun. Ich gehe dann manchmal einfach einen Nachmittag in die Sauna. Die Hitze zwingt meinen Kopf dazu, nah an meinem Körper zu bleiben, ganz nah bei mir. Dadurch werden alle andere Themen kurzfristig aus dem Kopf geblasen. Es ist ähnlich wie mit Yoga oder Meditieren. Nur manchmal wirkt es besser. Wenn Dir ein Spaziergang im Wald ähnlich hilft, gut so. Oder Bergwandern. Oder ein Buch lesen. Was auch immer: das musst Du für Dich selbst herausfinden, da jeder anders ist. UND ERLAUBE DIR DIESE PAUSEN! Du musst sie Dir nicht hart verdienen, Du darfst EINFACH SO genießen!
  10. Rede mit jemanden darüber, was in Dir gerade passiert. Mit jemanden, der Dich versteht. Oder schreibe es auf. Manchmal hilft es, den Zustand in Worte zu fassen, um an die Ursache ranzukommen und eine Veränderung zu bewirken.

Aber das allererste, was gilt ist: Sei gut zu Dir! Sei verständnisvoll Dir selbst gegenüber, aber suche nach einer Medizin, einer sanften Medizin, welche Dir nachhaltig helfen kann! Und wenn es nicht sofort klappt, bleib geduldig. Wenn Du merkst, dass etwas kurz hilft, aber nicht dauerhaft, musst Du es vielleicht öfters wiederholen. Oder etwas anderes ausprobieren. Mit Ungeduld wirst Du nichts beschleunigen können. Im Gegenteil.

Wenn Du andere Methoden hast, welche Dir helfen, ein kurzfristiges Tief, einen Winter-Blues oder ein Stimmungsloch zu überwinden, behalte es nicht für Dich! Teile es in den Kommentaren.

2 Kommentare

  1. Klasse Tipps, verständlich formuliert. Weiß alle Einzelteile schon, hab sie aber nun kompakt aufbereitet. Danke. Werde mal sehen, wie ich mich aus dem aktuellen Loch heraus holen und dann nochmal berichten ;-)

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