Try Happiness!

Die Welt ist zu spannend, um sich nur einer Sache zu verschreiben!

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten, 56 Sekunden

Traumjob findenJahrelang habe ich nach dem gewissen Etwas gesucht, welches mein Herz bewegen würde. Nach DER einen Beschäftigung, die ich lieben, die mich erfüllen würde, meine Seele zum Singen und gleichzeitig auch Geld bringen könnte. Ich habe mir vorgestellt, wie toll das wäre, wenn ich DIE EINE Sache finden würde, DEN richtigen Beruf für mich – den ich dann gerne und für ewig und immer ausüben könnte.

Meinen Traumjob finden: das war mein Traum. Doch bis heute habe ich ihn nicht gefunden.

Ich war über die ganzen Jahre manchmal mehr, manchmal weniger verzweifelt. Ich habe verschiedenste Sachen ausprobiert:

Ich habe Geschichte studiert. Weil es mich interessiert hat. Ich habe mich auf den Alten Orient spezialisiert, Keilschrift gelernt und eine Arbeit über „Neubabylonische Tauschurkunden“ geschrieben. Ich wollte Wissenschaftlerin werden. Als alles schon so gut wie eingetütet war, wollte ich es auf einmal nicht mehr… Irgendwie habe ich nicht mal mit der Wimper gezuckt, als ich die Entscheidung getroffen habe, dieses Kapitel für mich zu schließen.

Danach wollte ich einen Montessori-Kindergarten gründen. Um zu testen, ob mir das liegen würde, habe ich zwei Jahre in einem solchen Kindergarten gearbeitet. Diese Zeit hat mir unheimlich viel Spaß und Erkenntnisse gebracht. Aber auch meine Neugierde gestillt und das Thema für mich beendet. Ich habe aufmerksam in mir gelauscht: am Anfang dachte ich, meine Seele singen zu hören – doch nach zwei Jahren war das Lied irgendwie zu Ende…

Dann habe ich Bücher übersetzt und eine pädagogische Zeitschrift in meiner Heimat herausgegeben. Nur um irgendwann auch diese Projekte an den Nagel zu hängen und mich in Richtung freie Wirtschaft zu orientieren. In dieser Zeit habe ich Englisch gelernt, mir Excel und gewisse andere Computerprograme beigebracht und bin über eine Station als Teamassistentin in den Online Marketing Bereich hineingewachsen. Dort habe ich nach einer weiteren Position als Key Account Managerin mir schließlich meinen langgehegten Traum erfüllt, ein Team zu leiten, was mir unglaublich viel Spaß und Erfüllung gegeben hat. Aber auch da war nach ein paar Jahren die Luft raus.

Bei jedem Wechsel, bei jeder Richtungs-Änderung habe ich gelitten: „Schon wieder war es auf die Dauer nicht das Richtige! Schon wieder hast Du viel Zeit und Kraft investiert und Deinen Beruf nicht gefunden… Wirst Du jemals das finden, was Dir liegt und was Dich dauerhaft glücklich macht?“

Ich kam mir so verkehrt vor… Ich wusste, ich habe viele Interessen. Schon immer gehabt. Und dass ich prinzipiell vieles machen könnte. Teilweise konnte ich mich nicht entscheiden… Vielleicht wollte ich das auch nicht…

Nun ist es schon anderthalb Jahre her, daß ich aus meinem tollen Job ausgestiegen bin. Ich habe eine Pause gebraucht. Ich wollte mein Leben einmal so richtig umkrempeln… Ich wusste aber nicht, was dabei rauskommt.
In den letzten 1,5 Jahre ist von außen betrachtet nicht so viel passiert. Dafür um so mehr in meinem Inneren.
Am Anfang führte ich ein relativ entspanntes Leben. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass ich es fantastisch hinbekomme, mir den gleichen Stress zu machen, wie ich ihn hatte, als ich berufstätig war. Ich habe mir immer wieder neue Aufgaben und Projekte ausgedacht. Am liebsten hätte ich alle gleichzeitig vorangetrieben. Nur der Tag wollte leider nicht länger als 24 Stunden werden. Ich musste mich immer qualvoll entscheiden. Manchmal war ich von dem Hin-und-Her so erschlagen, dass ich dann wieder einen Tag auf gar nichts Bock hatte. „Was geht ab?!“ – dachte ich mir – „Ich muss doch nicht alles auf einmal machen, ich hab schließlich alle Zeit der Welt!“ Aber ich bin innerlich immer unruhiger geworden.

Bis ich auf das Buch von Barbara Sher „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“ aufmerksam geworden bin…

Gott segne diese Frau! Dieses Buch kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt!

Ich dachte zuerst, dass das Buch mir vielleicht hilft, die richtige Beschäftigung für mich zu finden.

Dabei habe ich etwas viel Wichtigeres gefunden: MICH SELBST.

Barbara Sher beschreibt in dem Buch eine ganz spezielle Kategorie von Menschen: Personen, die sich für unzählige Dinge interessieren, alles Mögliche spannend finden und sich, sobald sie bei sich Interesse dafür erkennen, sofort damit beschäftigen möchten. Sie würden am liebsten alles, was sie interessiert, gleichzeitig machen und können sich oft nicht zwischen den Themen entscheiden. Sie „lieben es, zu lesen und zu schreiben, zu reparieren und Dinge zu erfinden, Projekte und Geschäftsideen zu entwickeln, zu kochen, zu singen und perfekte Dinnerpartys zu geben (Sher 2013: S.18).

Nach diesen Zeilen habe ich mich das erste Mal in meinem Leben verstanden gefühlt!

Die weiteren Charakteristiken haben mich darin bestätigt: ich gehöre zu der Gruppe, die Barbara Sher SCANNER nennt.

Scanner sind Menschen, die eben NICHT DEN EINEN Beruf ihr ganzes Leben lang ausführen können.

Ich bin ein Scanner und das ist gut so!

Wir sind alle dazu erzogen worden, uns für eine Sache zu entscheiden. Die Gesellschaft erwartet das von uns schon in einem sehr frühen Alter, in dem wir noch gar nicht wissen können, was die Welt zu bieten hat und wofür wir uns interessieren könnten. Und wenn es dann noch passiert, dass man sich für Vieles gleich stark interessiert, dann wird es richtig kompliziert… Nicht nur, daß wir uns nicht entscheiden können, sondern wir werden noch als Versager angesehen… Wir fühlen uns selbst wie Versager… Nun habe ich auch jahrelang nach DEM Beruf für mich gesucht und mir für meine UNENTSCHLOSSENHEIT Vorwürfe gemacht… Ich habe mich dafür fertig gemacht, was ICH BIN!

Aber das ist jetzt VORBEI!

Es ist so ein befreiendes Gefühl, sich zu sagen:

Du machst einen Beruf nur ein paar Jahre? So what! Wer sagt denn, dass man nur EINEN Beruf das ganze Leben lang ausüben muss? Wer sagt, dass es schlecht ist, sich alle paar Jahre komplett neu zu orientieren und einer ganz neuen Passion nachzugehen? Wer bestimmt es, dass man nur in einem Bereich Spezialist werden muss? Dass ich nicht 20 verschiedene Interessen haben darf, die nichts miteinander gemeinsam haben und wie ein bunter Sommerstrauß aussehen?

Sich NICHT entscheiden zu MÜSSEN, ist eine ganz neue Geschichte für mich. Der Gedanke, dass es völlig okay ist, im Leben einfach Erfahrungen und Interessen zu sammeln, ist für mich total aufregend. Ich verschlucke mich im Moment gerade daran, alles machen zu DÜRFEN! Ich würde am liebsten sofort anfangen, alles gleichzeitig zu machen. Ich finde mich dabei richtig cool. Das erste Mal in meinem Leben finde ich mich und meinen Lebenslauf und meine vielen Interessen mega spannend!

Ich habe meinen „inneren Scanner“ bisher an einer sehr kurzen Leine gehalten. Im Laufe der Jahre, als ich dachte, ich müsste mich für EINE Sache entscheiden, habe ich meine Träume, Ideen, Interessen stark beschnitten. Falls ich aus Versehen neue zugelassen habe, fand ich das schlimm… Schon wieder etwas Neues, was meine Entscheidung noch mehr erschweren wird… Ich werde doch mit den bisherigen Themen schon nicht fertig. Jetzt habe ich meinen Scanner von der Leine gelassen. Daher läuft er im Moment etwas wild und freudig durch die Gegend. Wie ein aus dem Käfig herausgelassener junger Hund… Ich kann ihn nicht mehr eingesperrt halten. Aber er ist noch vollkommen unerzogen und macht mir gerade das Leben etwas kompliziert… Mitten im Satz vergessen, was ich sagen wollte – das ist das Harmloseste, was er tut… Er vergisst Termine, ist etwas verträumt und zerstreut. Alles ist neu, ungeübt, ohne Struktur. Ich brauche neue Methoden, um mein Leben zu organisieren, Dinge zu priorisieren.

Aber ich fühle mich so frei wie bisher noch nie! Frei zu sein, wer ich BIN!

Ich habe mir gerade 16 Projekte aufgeschrieben, an denen ich dran bin… Geht ja noch, gefühlt waren es mehr in meinem Kopf! Zum ersten Mal in meinem Leben finde ich das nicht schrecklich, sondern spannend! Ich bin neugierig, was die Zeit für mich bereit hält und stürze mich kopfüber in das neue Abenteuer.

Und es gibt sie aber doch: Die eine Sache, die mich besonders erfüllt.

Mit Hilfe von Barbara Sher habe doch noch neben den 16 verschiedenen Projekten DIE eine Sache entdeckt, für die mein Herz höher schlägt. Es ist ein Bereich, der mich seit 20 Jahren interessiert. Ich habe mich bisher nur nicht getraut, es zuzugeben und in die Richtung zu gehen. Jetzt mache ich es!  Genaues kannst Du hier erfahren.

Sollte sich dennoch irgendwann zeigen, dass es nur eine weitere Blume in meinem Interessenstrauß ist – Egal! Dann habe ich eine weitere Erfahrung gemacht und eine geile Zeit erlebt! Aber erstmal, bin ich für Dich da, falls Du auf Deinem Weg eine Unterstützung brauchst!

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