Try Happiness!

Yamato und Austern – Erfahrungen und Erlebnisse machen uns reicher!

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Austern essen

Geht es Euch auch so, dass Ihr bei verschiedenen Dingen immer wieder sagt: „Mensch, das möchte ich auch mal machen!“? Und irgendwie nie dazu kommt, das in die Tat umzusetzen? Mir geht es viel zu oft so. Immer wieder versuche ich mit dieser doofen Angewohnheit zu brechen. Dann merke ich auch, wie cool es eigentlich ist, Sachen zu unternehmen, sich Träume zu erfüllen. Immer wieder schleicht sich aber die Verschieberitis wieder ein.

Eine der Sachen, die wir schon immer machen wollten, ist ein Besuch eines Konzertes der japanischen Drummer „Yamato“. Jahr für Jahr haben wir es vergessen, verpasst, es war uns zu teuer etc. Endlich waren wir aber so weit: die Karten gekauft, ein halbes Jahr im Voraus. Die Jungs und Mädels sind ja wirklich sehr gefragt. 2 Wochen vor dem Konzert sind die Chancen, ein Ticket zu bekommen, fast null, vor allem, wenn man einen guten Platz haben will. Also: früh bestellen, sonst geht gar nichts.

Kaum ein halbes Jahr gewartet, konnten wir uns auf den Drummer-Abend freuen.

Vorher haben wir uns noch einen anderen „Traum“ erfüllt. Merkt ihr die Anführungsstriche? Ja, genau: es war nicht wirklich ein Traum, sondern eine Erfahrung! Wir haben etwas ausprobiert, über das wir auch schon seit Ewigkeiten nachgedacht hatten:

Austern essen

Wir konnten uns zwar beide nicht vorstellen, dass sie tatsächlich lecker sind, aber haben es selbst noch nicht getestet. Man hört viel davon: manche sind begeistert, die anderen finden es eklig. Also definitiv eine der Sachen, die man selbst ausprobieren muss, um zu wissen, wie man es findet. Um mitreden zu können.

Im Karstadt am Hauptbahnhof gibt es eine Fischtheke.

Daneben gibt es eine Perfetto Bar, wo das Essen vor den Augen der Kundschaft frisch zubereitet wird. Dort gibt es auch Austern.Einzeln für 1,90€ oder 6 Stück für 9,90 €. Naja, wir wollten kein Risiko eingehen und haben uns jeweils EINE bestellt. Sollten sie uns wider Erwarten doch schmecken, können wir ja noch welche dazu nehmen, aber wegwerfen oder sich zu zwingen, weiter zu essen, wäre doch zu schade.

Und dann standen sie vor uns….

Kurz: Es war eine weise Entscheidung, nur eine zu nehmen! Bevor der Koch uns die auf Eis gebetteten „Schalen“ samt einer Viertel Zitrone, Brot, leckerem Fisch-Dipp und einem Glas Champagner auf die Theke gestellt hat, haben wir schnell über unser Smartphone im Internet nachgeschaut, wie man die Dinger eigentlich isst. Gut informiert und nachdem wir uns mit einem Schluck Champagner Mut angetrunken hatten, haben wir die Austern in die linke Hand genommen. Oookaay… dann bringen wir es hinter uns. Etwas Zitrone drauf geträufelt. Hm…- die zuckt nicht. War da nicht irgendetwas, dass wenn sie nicht zucken, dann sind sie tot und wenn sie tot sind, dann sind sie nicht frisch und damit auch giftig…? Aber das kann ja gar nicht sein, dass man hier Austern verkauft, die nicht frisch sind….. Nein, wir nehmen einfach an, sie sind frisch und der Koch weiß, was er tut. Noch etwas frisch gemahlenen Pfeffer drauf. Dann mit der kleinen Gabel das Fleisch vom Austernpunkt (der Punkt an dem die Muschel an ihrer Schale festgewachsen ist) gelöst, tief Luft geholt und rein.

Manchmal kann ich doch die Zukunft vorhersagen

Okay, in der Beschreibung stand, man sollte sie gut kauen, nicht im Ganzen herunter schlucken. Na dann. Hm, ich sag mal diplomatisch: angenehm fand ich es nicht. Die Dinge schmecken einfach nach Meereswasser plus Zitrone und Pfeffer. Und dazu sind sie recht schwabbelig. Boah!! So, heruntergeschluckt. Schnell noch einen Schluck Champagner hinterher. Zum Glück haben wir auch das leckere Brot mit einem noch leckereren Dip bekommen, so waren die Austern schnell nur noch Erinnerung. Naja, es war eine Erfahrung, aber noch mal brauche ich die nicht zu probieren. Eigentlich habe ich es schon geahnt, wie es wird. Aber ich bin trotzdem froh, jetzt endlich mitreden zu können.

Nach dieser abenteuerlichen Vorspeise haben wir uns noch Heilbutt mit Lachs an Kräuterreis bestellt. Dazu Lugana Weißwein. Das war richtig lecker!

Um eine Erfahrung reicher sind wir dann zum Konzert gegangen.

Die Drummer von Yamato

Wir kamen im Regen bei Circus Krone an. Die riesigen Trommeln standen schon kunstvoll beleuchtet auf der Bühne, als wir zu unseren Plätzen in der vierten Reihe gekommen sind. Über den Instrumenten hingen die japanischen Papier-Lampen, wie riesige Perlen von der Decke nach unten aneinander gereiht. Ihr typisches mildes Licht, die japanischen Paravents, die zwischen den Trommeln aufgestellt waren und die einzelnen Bambuswedel haben einen Hauch vom fernem Osten mitten nach München gezaubert.

Nach dem dritten Gong kamen sie dann endlich: Yamato – the Drummers of Japan. 5 Frauen und 5 Männer. Alle schlank, flink, unglaublich durchtrainiert. Sie haben mit so einer Freude und Hingabe losgelegt! Das war richtig ansteckend. Sie haben die Musik nicht gemacht, sie waren die Musik! Die Frauen haben genauso auf die Trommel eingedroschen wie die Männer, egal wie groß die Teile waren. Alle perfekt aufeinander abgestimmt und zusammengespielt. Mit jedem Stück, welches sie getrommelt haben, ist der Rhythmus, die Lautstärke, die Kraft immer deutlicher geworden. Man hat es immer intensiver im Brustkorb gespürt. Langsam hat sich die Euphorie im ganzen Körper breit gemacht. Die wunderschöne Szenographie und die Beleuchtung haben die Atmosphäre rund gemacht. Yamato sind nicht nur mega-talentierte Trommler, sie sind auch tolle Schauspieler und humorvolle Unterhalter.

Nach diesem tollen Abend habe ich mir zum x-ten Mal vorgenommen: wenn ich noch mal über „das wollte ich schon immer mal machen“ stolpere, plane ich es einfach ein. Auch wenn es dann noch 1 Jahr dauert bis dahin: der Plan ist der erste wichtige Schritt für mehr Erleben und mehr LEBEN!

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